oder Das kuriose Leben eines US-Rockstars in
der DDR
(Gustav Kiepenheuer/Aufbau Verlag, Oktober 2004)
Hardcover,
380 Seiten, ISBN 3378010738, Preis: 22,50 Euro
Deutschland
am Anfang eines neuen Jahrtausends. Auf Berliner FlohmŠrkten sammelt sich das
sozialistische Strandgut und vermittelt einen sentimentalen Blick auf die Zeit
als es noch ein zweites Deutschland gab. Zwischen alten Amiga-Platten finden
sich auch Alben des amerikanischen CountrysŠngers Dean Reed, dem unbekanntesten
Superstar aller Zeiten, der im kalten Krieg zum sowjetischen
Propagandamaskottchen avancierte und 1986 im Zeuthener See bei Berlin ums Leben
kam. Lange Zeit hatte man den Mann aus Colorado vergessen, aber seit Tom Hanks
einen Spielfilm Ÿber den berŸhmtesten Amerikaner, der šstlich der Mauer daheim
war, angekŸndigt hat, ist seine Geschichte in aller Munde.
Dean Reed spielte in 18 Filmen mit, produzierte 13 LPs und gab Konzerte in 32 LŠndern. Er protestierte international gegen Atomkraft, MilitŠr Juntas oder den Krieg in Vietnam und gab Konzerte in LŠndern wie dem Irak, Libanon, Nicaragua, Kuba oder Bangladesch. Dean Reed lebte in Chile, Mexiko, Argentinien, Spanien und Italien und hatte Kontakte zu hochrangigen Oppositionellen in verschiedenen LŠndern, KGB-Agenten und Politikern wie Salvador Allende, Daniel Ortega oder Yassir Arafat. Obwohl er von den westlichen Medien ignoriert wurde, soll ihn ein Drittel der Menschheit dereinst fŸr den grš§ten Popstar der Welt gehalten haben. 1972 lie§ sich Dean Reed in der DDR nieder, wo er mit offenen Armen empfangen wurde. Dank seiner StaatsbŸrgerschaft geno§ er die volle Reisefreiheit, pries aber in Interviews die VorzŸge der Mauer. Der Stasi galt er als zuverlŠssiger Informant und den obersten Strategen des Warschauer Paktes als Geschenk des Himmels. Der gutaussehende Sonnyboy ehelichte seine Showbiz-Kollegin Renate Blume und das Paar verlieh dem DDR-Alltag einen Hauch von Glamour. Er gab bei ãEin Kessel BuntesÒ den Einheizer und drehte eine Reihe von Filmen fŸr die Defa.
Bei
keinen anderen Weltstar verliefen die Grenzen zwischen Pop und Propaganda so
flie§end. Dean Reed lie§ sich als Cowboy feiern, der fŸr das Gute in den Kampf
ritt, aber stets brav zurŸck in den Osten kehrte. Sein
Erfolg in den Siebzigern und sein spŠteres Scheitern an den eigenen AnsprŸchen
steht stellvertretend fŸr das Scheitern der DDR-Kulturpropaganda und einer
staatlichen Popkultur, die jungen Menschen hinter dem eisernen Vorhang einen
Hauch von weiter Welt vermitteln sollte. Der seltsame Tod von Dean Reed
markierte den Anfang vom Ende einer Kulturpolitik, die nur von
Placebo-KŸnstlern getragen wurde. Sein Selbstmord wurde von Erich Honecker
persšnlich als Unfall vertuscht um die eine Legende zu erhalten, die bis in die
Gegenwart fortwirkt. Der Mythos Dean Reed suggerierte aber, da§ sein Tod kein
Zufall gewesen sein konnte. WidersprŸchliche Aussagen und Verschwšrungstheorien
lie§en zusŠtzlich den Verdacht aufkommen, da§ der Mann aus Colorado nicht
einfach nur ein naiver SchlagersŠnger zwischen den Fronten des kalten Krieges
gewesen war.
ãDer Rote ElvisÒ entwickelt sich von der pophistorischen Recherche zur Spionagegeschichte und geht den zahlreichen GerŸchten nach, die sich um Dean Reed ranken. In Interviewausschnitten kommen Verwandte, Freunde, Kollegen, Fans und ehemalige Mitarbeiter hochrangiger Abteilungen der letzten DDR-Regierung zu Wort um ein realistisches Bild von Dean Reed zu zeichnen und seinen Erfolg zu erklŠren. Das Buch wird ergŠnzt durch eine Filmographie, Discographie und eine Liste aller bekannten TV-Auftritte.
Parallel zum Buch entstand ein Dokumentarfilm mit dem Titel ãEin
Amerikaner in der DDRÒ (Regie: Leopold GrŸn, Prod.: Totho/T&G Films,
Verleih: Progress), der Ende 2005 in die Kinos kommt. Auf der Lesetour gibt es
einen exklusiven Vorgeschmack in Form des Kurzfilms ãMitfahrgelegenheitÒ zu
sehen. Egon Krenz spielt die Hauptrolle und erklŠrt nebenbei die Geschichte vom
Ende der DDR. ZusŠtzlich wird die Lesetour durch Filmausschnitte,
Soundbeispiele und launige Kommentare des Autoren ergŠnzt, der nebenbei auch
gern Ÿber seine Recherchen plaudert und bisher unveršffentlichtes Material aus
den Stasi-Akten von Dean Reed verlesen wird.
PRESSESTIMMEN:
"Ein Buch, das mit einigen Ostlegenden und ideologischen
Mythen aufrŠumt" (ZDF/Aspekte, 15.10.2004)
"Die neueste Reed-Biografie von Stefan Ernsting rŠumt mit den
Mythen der DDR-Propaganda auf." (Arte "MetropolisÒ, 27.11.2004)
"Ein gutes, ein kluges Buch." (Stilbruch/RBB, 7. Oktober
2004)
"Eine spannungsreiche Biographie (Fact - Das Schweizer
Nachrichtenmagazin, Nr. 1/2005)
"Gut recherchiert und fair in der Darstellung"
(Hamburger Abendblatt, "Geheimtips fŸr den Gabentisch", 11.12.04)
"Eine
vielbeachtete Biographie, die mit dem Mythos Dean Reed in sachlicher Weise
aufrŠumt.(...) Kenntnisreich beleuchtet Ernsting jene amerikanischen
Traditionen, aus denen sich z. B. Reeds musikalisches SelbstverstŠndnis
speiste. (...) Wie nebenbei wird der Leser - ohne akademischen Zeigefinger -
auch noch durch 15 Jahre DDR-Kulturpolitik gefŸhrt. (...) Ein kluges Buch."(Junge
Welt, Literaturbeilage, 1.12.2004)
"Pop war in der DDR nur in einer Placebovariante gestattet,
und eine dieser Episoden hat Stefan Ernsting in der Biographie "Der rote
Elvis" aufgearbeitet." (Financial Times, 5.10.04)
"Erstaunlich gelungene Biographie" (Das Magazin,
Nr.1/05)
ãSehr empfehlenswert!Ò (Radio Eins, ãSeite EinsÒ, 23.1.2005)
"Das aktuellste und umfangreichste Buch zum Thema."
(Freie Presse, 15.10.2004)
"Mit dieser Biographie stellt Stefan Ernsting sein GespŸr fŸr
ungewšhnliche Themen unter Beweis." (Weser Kurier, 21.10.2004)
"Stefan Ernsting hat Reed ein ausgewogenes, faires Denkmal
gesetzt." (Literaturen, "Ein Buch zum Festlesen", 12 II 2005)
"Serišs aufbereitet, aber dennoch emotional geschrieben,
gehšrt 'Der rote Elvis' in jede Rockbibliothek." (Eclipsed-Rockmagazin,
Februar 2005)
"Liest sich streckenweise wie ein Hollywooddrehbuch. Ein
facettenreiches Bild von Dean Reed." (F.F. dabei, Nr. 1/2005)
"Hšchst interessant und informativ und dabei durchweg
spannend zu lesen." (Westzeit Nr.12/04)
"Ein vielschichtiges Bild." (Junge Welt, 15.10.2004)
"Ernsting ist ein schmaler Mann mit kurzen Haaren. Er trŠgt
Jeans, Sportschuhe und ein rotes T-Shirt." (Berliner Zeitung, 23.10.2004)
"Stefan Ernstings Buch Ÿber Dean Reed zeigt WidersprŸche auf
und idealisiert nichts. Distanz ist seine StŠrke." (Intro, Nr. 11/2004)
"Der Autor fšrdert bisher wenig bekannte Fakten zu Tage und
widerlegt weit verbreitete Legenden, was der Faszination Dean Reeds jedoch
keinen Abbruch tut. (Chemnitzer Zeitung, 15.10.2004)
ãDifferenziert und unaufgeregt.Ò (Luxemburger Tageblatt, Februar
2005)
ãSpannend zu lesen und prallvoll mit bekannten und unbekannten
Fakten und Schlussfolgerungen.Ò (Zeitpunkt-Kulturmagazin, Nr. 2/05)
"Der Tod Dean Reeds wirkte wie der Vorbote eines anderen
Untergangs. Der Untergang eines Systems, der drei Jahre spŠter folgen
sollte." (Arte Magazin Nr. 12/2004)
"He was popular because he was playing Elvis and Beatles
songs when no-one else was playing that stuff in the East', says Stefan
Ernsting, who has written a biography of Reed." (BBC-News, 9.9.2004)
"Der Berliner Autor Stefan Ernsting hat die erste,
ernstzunehmende Biografie Ÿber den im Westen so gut wie unbekannten Superstar
geschrieben. Mit ironischer und manchmal schnoddriger Distanz versucht Ernsting
aufzurŠumen mit den Mythen und Legenden, die sich schon zu Lebzeiten um den
wohl einzigen linientreuen und die Mauer verteidigenden Cowboy bildeten."
(Badische Zeitung, 5.1.2005)
"Der Autor erzŠhlt die Geschichte eines
widersprŸchlichen Lebens zwischen ostdeutscher Popkultur und Propaganda. Dabei
versucht er zu vermeiden, der Legende Reed neue Nahrung zu geben.(...) -
Ernsting ist eine sehr intensive Schilderung des ungewšhnlichen Lebens
gelungen" (BŸcher, Januar 2005)
"Die Reed-Biografie "Der rote Elvis", die der Journalist Stefan Ernsting jetzt vorgelegt hat, beschreibt diese Symbiose zwischen der Macht-Elite und dem Enfant terrible genau. Zugleich aber legt sie die Konditionen offen, die fŸr das Funktionieren dieses seltsamen Lebensentwurfs unerlŠsslich waren. (...) Ernsting hat akribisch recherchiert und entwirft das Bild eines Mannes, dessen NaivitŠt letztlich nur die Kehrseite seiner unbedingten Ehrlichkeit war. Das sich der Autor an Spekulationen Ÿber Reeds angebliche Geheimdienst-TŠtigkeit und am RŠtselraten Ÿber seinen Tod nicht sensationslŸstern beteiligt, sondern lediglich die widerstreitenden Versionen gleichberechtigt auffŸhrt, lŠsst seinen Text wohltuend sachlich erscheinen." (Mitteldeutsche Zeitung, 19.11.2004)
"Der junge Kreuzberger Autor sucht nicht nach leichten
Antworten, betrauert ihn nicht nur als Opfer des kalten Krieges, sondern hat
sehr sorgfŠltig recherchiert. Und so zeichnet er das differenzierte PortrŠt
eines SŠngers, dem politische Aktion wichtiger war als eine neue Platte, der
mehr Selbstdarsteller war als Schauspieler." (Lausitzer Rundschau,
13.11.2004)
"Das mit einem umfangreichen Anhang versehene und sehr gut recherchierte Buch dŸrfte besonders in den Bibliotheken der neuen LŠnder auf Interesse sto§en." (ekz-Informationsdienst, Nr. 12/2004)
ãDas Buch ist gut geschrieben und interessant und spannend zu
lesen. Unbedingt lesenswert.Ò (deanreed.de, 28. 10 2004)
AusfŸhrliche Interviews:
ZDF, "Aspekte", 15.10.2004
Arte,
ãMetropolisÒ, 27. November 2004
ARD/RBB,
ãStilbruchÒ, 7. Oktober 2004)
WDR3 - "Gutenbergs Welt" (Buchsendung mit Manuela
Reichart), 5.12.2004
Melodie + Rhytmus Nr.1/05
Berliner Zeitung, 23.10.2004
Weser Kurier, 21.10.2004
Freie Presse, 15.10.2004
Junge Welt, 15.10.2004
Fact - Das Schweizer Nachrichtenmagazin, Nr. 1/2005
Junge Welt, Literaturbeilage, 1.12.2004
Fanzine Nummer Eins, Nr.1/2005
Weitere Rezensionen:
WDR3 - Diskurs, 5.10.2004
Focus Nr.49/2004
Schweriner Volkszeitung, 20.11.2004
Gong Nr. 45/2004
Bild + Funk, 29.10.2004
ThŸringische Landeszeitung, 12.7.2004
SuperIllu Nr.32/2004
Arte Magazin Nr.11/2004
Arte Themenabend "Rock'n'Roll und rote Fahne", 12.11.2004